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Wir arbeiten ab sofort lean!

Die Industrie arbeitet schon lange nach der Lean Management Methode. Was im Produktionsbereich bereits Standard ist, wird nun für den Bausektor angepasst. Wie kann das am besten funktionieren?

Der Bauprozess ist wohl einer der komplexesten, die es gibt. Zahlreiche Beteiligte arbeiten für einen erfolgreichen Ablauf auf der Baustelle. Die vielen Schnittstellen bedingen eine enorme Transparenz, ein optimales Projektmanagement und eine gute Taktung aller Schritte. Da kann es alleine schon einmal zu einer Herausforderung werden, dass die Mitarbeiter auf der Baustelle über alles informiert sind oder sich die Kollegen abteilungsübergreifend ausreichend auf dem Laufenden halten. Doch im Bauprozess kommen zudem noch sehr viele außenstehende Unternehmen hinzu, die das Konstrukt erweitern und dadurch noch umfangreicher darstellen. Im täglichen Leben auf der Baustelle steigen die Anforderungen, der Zeitdruck und die Kosten. Um dies abfedern zu können und die Qualität weiterhin auf einem hohen Niveau zu halten, muss der Prozessablauf grundlegend beleuchtet und optimiert werden. Die Industrie dient hier als Vorbild.

Die aus dem Toyota-Produktionssystem bekannten Lean Prinzipien bezeichnen im Bauwesen „Lean Construction“. Eine erfolgreiche Implementierung von Lean Construction Prozessen erfordert jedoch Fingerspitzengefühl und ein durchdachtes Step-by-StepVorgehen. Wer möchte nicht gerne so schnell wie möglich Verschwendung reduzieren, die Effizienz steigern, Werte maximieren, Kollaboration fördern und einen Rhythmus der stetigen Verbesserung erreichen? Doch alles auf einmal geht bekanntlich nicht. Umso weniger im komplexen Bauprozess. In gezielten Schritten macht man sich auf den richtigen Weg. Judith Kowarsch, Lean Management Expertin bei RIEDERBAU, kennt die sensiblen Themen bei der Einführung einer Neuerung: „Möchte man Lean Construction erfolgreich anwenden, müssen die gesamten Prozesse aller Abteilungen, teilweise sogar einzelner Arbeitsplätze, unter die Lupe genommen werden. Das ist für manche Kollegen eine Hemmschwelle, denn sie müssen sich sozusagen mehr öffnen. Alle Mitarbeiter müssen also von vorne herein bei der Einführung mit ins Boot geholt werden, alle Informationen transparent zur Verfügung gestellt bekommen und auch die Vorteile für ihr eigenes Aufgabengebiet sehen können. Schafft man dies nicht, kann der Lean Gedanke nicht auf den Prozess angewendet werden. Im ‚Büro’ wirkt sich Lean Management sogar bis auf die effiziente Organisation des eigenen Arbeitsplatzes inklusive des Ablagesystems aus. So reduzieren sich beispielsweise die Suchzeiten. Eine Ausweitung auf die Baustelle ist noch ein Stück weit komplizierter, da die Arbeiter nicht direkt in den Kernprozessen denken, sondern eher auf ihre eigenen Arbeitsschritte im Bauen fokussiert sind, in denen sie wiederum die Fachleute sind.“

SYNERGIEN NUTZEN

Arbeitet ein Bauunternehmen mit Industriebetrieben zusammen, sollten sich die innovativen Prozesse gegenseitig widerspiegeln. Für viele Produktionsbetriebe sind die Erfüllung von Lean Management, das Planen mit BIM und das Know-how der Einführung von Computer Aided Facility Management (CAFM) mittlerweile fixe Bestandteile der Ausschreibung eines Neuprojektes. Lean Construction ist eine optimale Methode, um ebenso die Prozesse mit externen Lieferanten, Gewerken und Behörden schlank und punktgenau gestalten zu können. Nach der sogenannten Pull-Methode innerhalb von Lean Management wird nur dann produziert, wenn Bedarf besteht. So werden sowohl Liegezeiten als auch Arbeits- und Materialkosten reduziert und es gelingt eine dezentrale Steuerung.

Wie kann man das auf die Baustelle umlegen? Beispielsweise mit der sogenannten Last-Planner-System Methode (LPS). Das Konzept beruht darauf, Kooperation und Visualisierung zu kombinieren. Die Projektbeteiligten sollen sich auf ihre Ziele fokussieren und Abweichungen bzw. mögliche Störfaktoren früh erkennen, um zu agieren anstatt zu reagieren. Anhand von Zielerreichungschecks werden die Fortschritte kontrolliert und notwendige Maßnahmen abgeleitet. Es gilt dabei immer, den gesamten Prozess in all seinen Unterprozessen und mit allen beteiligten Akteuren zu betrachten.

 

LAST-PLANNER-SYSTEM METHODE

Eines der ersten Projekte, das RIEDERBAU mit der Last-Planner-System Methode leitet, ist ein Produktionsgebäude inklusive Reinraum und integrierter Büros über drei Geschosse für einen Pharmakonzern in Langkampfen im Auftragswert von circa 42 Millionen Euro. Mit der Generalplanung wurde die VTU Engineering beauftragt. Die Grundlage stellt hierfür selbstverständlich ein BIM-Modell dar. Die ARGE (Arbeitsgemeinschaft) RIEDERBAU-ORTNER-PORR bekam den Zuschlag als Generalunternehmer für die Bau-, TGA- und Infrastrukturarbeiten, wobei RIEDERBAU für die gesamte Projektleitung innerhalb der ARGE, als auch für das gesamte Bau-Gewerk verantwortlich ist. Den Bereich Heizung, Klima, Lüftung und Elektro führt die Firma ORTNER aus. Die Infrastruktur im Außenbereich inklusive aller Anschlüsse an die bereits bestehenden Gebäude verantwortet die Firma PORR.

Raphael Lindermayr, verantwortlicher Bauleiter von RIEDERBAU, sieht durch die Anwendung der Last-Planner-System Methode große Vorteile in der Projektzusammenarbeit. Als ein Beispiel nennt er die große Planungswand im Bau-Container, die von Post-its mit den einzuhaltenden Fertigstellungsterminen bis Ende des Jahres gespickt ist. Im Vorhinein wurden die Meilensteine über das ganze Jahr eingetragen, die sich aus vertraglich vorgegebenen und bautechnisch geplanten Zielen zusammensetzen. Jeden Montag findet im Container eine Baubesprechung statt, bei welcher der Baufortschritt sowie die auszuführenden Arbeiten und Schritte der nächsten sechs Wochen beleuchtet werden. So ist klar, was schon erledigt ist, warum es eventuell an der ein oder anderen Stelle hakt, was noch kommt, was für die nächsten Arbeiten beachtet werden muss usw. Sobald jemand in der Besprechung eine Frage hat, muss niemand lange suchen oder überlegen. Die Blicke wandern auf die Planungswand, auf der alle Termine klar dargestellt sind. Obwohl es bei diesem Objekt aufgrund des Baufortschrittes nur möglich war, sozusagen mittendrin mit einer Lean Management Methode zu starten, ist der Effekt des schnelleren Abstimmens, des besseren Austausches untereinander, der Terminklarheit und des Maßnahmenplanes sehr gut gegeben. Das nächste Projekt von RIEDERBAU, ein Mehrparteienhaus in Kufstein, wird von Beginn an nach Lean Construction geplant und umgesetzt werden.

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