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Mit System in die Zukunft

Bauen in Serie? Was sich im ersten Moment wie eine neue Netflix-Produktion anhört, ist in Wahrheit ein innovativer und wegweisender Lösungsansatz für die Baubranche – und das auf der ganzen Welt. Welche Vorteile industrielle Herstellungsprozesse bieten und warum es gerade im Wohnbau wenig Sinn macht, unzählige Prototypen zu erstellen, verrät DI Helmut Spiehs im Gespräch.

Die Nachfrage nach leistbarem Wohnraum nimmt stetig zu. Diesen Bedarf in einer überschaubaren Zeitspanne und in einer dennoch hohen Qualität zu decken, zählt zu den Herausforderungen unserer Zeit. Helmut Spiehs ist überzeugt, dass serielles Bauen eine Antwort auf die Frage nach einer Kostendämmung sein kann. In einer siebenjährigen Entwicklungsphase hat die Binderholz Gruppe eine Baulösung entwickelt, die innerhalb der Branche eine zukunftsweisende Richtung aufzeigt. „Bei Lohn- und Materialkosten gibt es keinen nennenswerten Spielraum mehr. Ein großer Hebel für ein niedrigeres Preisniveau liegt stattdessen im seriellen Bauen, ohne dabei die Qualität zu reduzieren – im Gegenteil“, zeigt sich Helmut Spiehs überzeugt.

INDIVIDUELL UND DENNOCH STANDARDISIERT

Während die meisten Branchen die Vorteile schon längst erkannt haben, eilt dem Begriff „Standardlösung“ gerade im Bauwesen noch immer ein schlechter Ruf voraus. Zu Unrecht, wie Helmut Spiehs im Interview erklärt: „Betrachtet man beispielsweise die Fahrradindustrie, erkennt man, dass Standard und Individualität keine Komponenten sind, die sich ausschließen. Nur weil die Steckachsen und Felgen immer gleich sind, gibt es dennoch eine Vielfalt an Produkten am Markt – in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Ausführungen.“ Auch ein Tischler schraube heutzutage in den meisten Fällen den Korpus der Küche nicht mehr selbst zusammen. Vielmehr bestehe die Fertigung einerseits aus standardisierten Komponenten und andererseits aus individueller Handarbeit.

CHANCE FÜR UNTERNEHMER*INNEN

Viele fragen sich, ob serielles Bauen künftig auch Potenzial für kleine und mittelständische Unternehmen mit sich bringt. „Es gibt keinen Grund, Angst vor durchdachten und ausgereiften Innovationen zu haben. Serienfertigungen werden Betriebe nicht verdrängen, sondern zu neuen Chancen verhelfen“, ist sich der Geschäftsführer sicher. Mit zugekauften Komponenten öffnet sich ein Weg, um in neue Geschäftsfelder einzudringen. Jemand, der bisher ausschließlich Privathäuser gebaut hat, kann auf diese Weise zum Beispiel Wohnanlagen errichten und sein Agieren am Markt vergrößern.

„Gerade der leistbare Wohnbau muss innovativer, serieller, industrieller und systemhafter werden.“

DI Helmut Spiehs

 

Das Bauwesen zählt nach wie vor zu den innovationsärmsten Branchen weltweit. „Wenn wir ein Mobiltelefon aus dem Jahr 2021 in den Händen halten und mit einem Modell vergleichen, das vor 10 Jahren am Markt war, ist der Unterschied enorm. Betrachtet man im Gegensatz dazu Bilder eines gegenwärtigen und eines vergangenen Wohnbaus, liegt der Unterschied häufig höchstens darin, ob das Foto in Farbe oder in Schwarz-Weiß vorliegt“, so Helmut Spiehs. Gerade bei der Errichtung von leistbarem Wohnraum bietet eine industrialisierte Bauweise klare Vorteile. Dabei steht außer Frage, dass systemhafte Lösungen immer mit ausreichend Architektur zu verbinden sind.

LÖSUNG MIT SYSTEM

Mit b_solution hat binderholz eine individuell planbare Lösung mit vorgefertigten Systemkomponenten entwickelt, die in allen Bundesländern in Deutschland und Österreich zugelassen sind. In Kombination mit einer durchgehenden Digitalisierung des gesamten Prozesses wurde damit eine wirtschaftliche Lösung für den modernen Wohnbau geschaffen. Die Gebäude werden zu fast 100 Prozent in der Fabrik in Hallein gefertigt, durch „Standardlogistik“ auf die Baustelle gebracht und vor Ort durch regionale Firmen montiert und fertiggestellt. „Im Normalfall ist jedes Projekt ein Prototyp mit vielen Detaillösungen und großem Zeitaufwand, was einen hohen Preis zur Folge hatte. Mit b_solution wird Bauen effizienter, kostengünstiger und ökologischer“, erklärt Helmut Spiehs die Vorteile. Durch die Systematisierung des gesamten Bauprozesses verspricht sich binderholz eine deutliche Kosteneinsparung bei gleichbleibend hoher Qualität.

2.500 HOTELZIMMER PRO JAHR

Seit sieben Jahren ist binderholz im Auftrag eines internationalen Konzerns in die industrielle Fertigung von modularen Bausätzen für Hotels aus Massivholz in ganz Europa involviert. Um diese Projekte umzusetzen, wurde eine Fabrik in Italien aufgebaut, in der jährlich bis zu 2.500 Zimmer hergestellt werden. „Es werden drei Raumtypen und zwei Typen von vorgefertigten Boxen, die als Nasszellen fungieren, angeboten. Die Entwässerungsvorkehrungen, Beleuchtungen und Elektroinstallationen sind bereits gänzlich in den Decken und Dächern integriert. Mit diesem System kann ein Hotel mit 400 Zimmern innerhalb von sechs Monaten errichtet werden“, gibt Helmut Spiehs Einblicke. Die Auftraggeber*innen profitieren von einer 100-prozentigen Planungssicherheit, der Verbindlichkeit in Sachen Qualität, Zeit und Preis, ohne dabei auf einen hohen Grad an Planungsfreiheit verzichten zu müssen.

IM WANDEL DER ZEIT

Sowohl die Anforderungen der Konsument*innen als auch der Mitarbeiter*innen haben sich in den letzten Jahren massiv verändert. Gerade jüngere Generationen fordern innovative Prozesse von sich aus ein und treiben die Digitalisierung voran. Steigende Lohnkosten, der anhaltende Fachkräftemangel sowie der Wunsch nach einer ausgeglichenen Work-Life-Balance setzen die Industrialisierung am Bau weiterhin in Bewegung. Dies hat laut Helmut Spiehs auch die Entstehung neuer Berufsbilder zur Folge: „Maurer und Zimmermänner werden nicht von der Bildfläche verschwinden. Aber es wird parallel auch immer mehr qualifizierte Montageunternehmen und Fachleute geben, die mit den digitalen Prozessen auf der Baustelle umgehen können.“ Fest steht, dass modulares Bauen und die Festlegung von Standards in vielen Teilen Europas erst am Anfang der Entwicklung stehen. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, braucht es einen intensiven und lösungsorientierten Einsatz der Player in der Baubranche und auch vonseiten der Politik.

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